„Gottesdienst – Einfach – Für Alle“: Inklusionsgottesdienst in Wolfenbüttel

Erstmalig feierte eine große vielfältige Gemeinde mit Apostel Ralf Vicariesmann einen Inklusionsgottesdienst. Am Sonntag, 7. April 2024, folgten Glaubensgeschwister aus dem Apostelbereich Mitte-Nord der Einladung in die Neuapostolische Kirche nach Wolfenbüttel. Glaubensgeschwister, die sich im Arbeitsbereich für Inklusion in den Gemeinden engagieren, entwickelten dazu die Idee: Ein Gottesdienst in einfacher Sprache, mit Elementen, die die Sinne ansprechen – ein „Gottesdienst – Einfach – Für Alle“, so das gewählte Motto. Die umfangreichen Planungen wurden mit Tatkraft aller Beteiligten und mit der umfassenden Unterstützung des Apostels realisiert.

Bereits 2023 entstanden während eines Inklusionstreffens in Peine erste Impulse und konkrete Anregungen zu diesem besonderen Gottesdienst. Auch engagierte Angehörige brachten ihre Erfahrungen mit ein und äußerten den Wunsch nach einem Gottesdienst in einfacher Sprache.

Ob Kind, jugendlich, erwachsen oder auch im Seniorenalter: Die Einladung zum ersten Inklusionsgottesdienst wurde am Sonntag, 7. April, gern angenommen – entweder durch die Teilnahme vor Ort in der Kirche in Wolfenbüttel oder auch per YouTube-Livestream bzw. Telefon-Übertragung.

Informationen und Bildergeschichte vor dem Gottesdienst

Vor dem Gottesdienst gab Apostel Vicariesmann noch einige Hinweise und dankte sehr herzlich für allen Einsatz und die vielen Vorbereitungen für diesen Tag. 

Als Fachbeauftragte Inklusion für den Apostelbereich Mitte-Nord stellte Renate Lütge kurz ihre Aufgabe und Arbeit im Team vor. Die Fachgruppe Inklusion in der Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland wurde vor einigen Wochen durch Bezirksapostelhelfer Helge Mutschler ins Leben gerufen. Sie hat unter anderem die Aufgabe, ein gutes Netzwerk zu bilden, Menschen mit Beeinträchtigungen zu unterstützen und inklusive Gemeinden weiter zu entwickeln.

Als Einstimmung auf das Thema des Gottesdienstes wurde vor dem Gottesdienst das Wunder der Brotvermehrung durch eine Bildergeschichte und Lesung für alle sehr lebendig. Lautsprachbegleitende Gebärden und bildbeschreibende Erklärungen (Audiodeskription) ergänzten die Erzählung.

"Und sie aßen alle und wurden satt"

Für den Gottesdienst in einfacher Sprache wählte der Apostel das Bibelwort Markus 6,42: „Und sie aßen alle und wurden satt.“ Mit einer der zuvor gezeigten Zeichnungen über das Wunder begann der Apostel den Gottesdienst. Er verglich die darauf dargestellte Menschenmenge in ihrer Unterschiedlichkeit mit der anwesenden Gemeinde. Er machte auf einen kleinen Jungen in der Bildmitte aufmerksam, der seine „kleine Gabe“ (wenige Brote) zur versammelten Menge brachte. Der Apostel ermutigte dazu, jede Gabe einzubringen und sie nicht zurückzuhalten.

Das Motto „Gottesdienst – Einfach – Für Alle“ fand sich in den Predigtteilen wieder, die jeweils durch kurzen Gemeindegesang unterbrochen wurden. Der Apostel stellte heraus, dass auch eine einfache und auf den ersten Blick unscheinbare Gabe willkommen sei: „Gott kann daraus ein Wunder geschehen lassen“, so der Apostel. „Bring deine Gabe zu Jesus Christus und habe nicht den Gedanken: ´Meine Gabe ist nichts wert und zu klein´– sie wird durch Jesus Christus gesegnet sein“, ermutigte er. Gottesdienst und Gemeinde entstehen, wenn alle Gaben miteinander wirken dürfen, so Apostel Vicariesmann. „Trage deine Gabe in die Gemeinde, in die Gemeinschaft hinein, denn sie ist auch eine von Gott gegebene Aufgabe.“ Er rief zu Toleranz auf, dass sich Gaben in der Vielfalt nebeneinander zeigen und sich dadurch alle in der Mitte der Gemeinde willkommen fühlen können. Durch Predigt und die Feier des Heiligen Abendmahls haben alle im Gottesdienst die Möglichkeit, satt und von Gott angerührt und gesehen zu werden, führte der Apostel aus.

Einen Diakon aus der ebenfalls anwesenden Gemeinde Wolfenbüttel versetzte Apostel Vicariesmann nach 33-jähriger Amtstätigkeit im Gottesdienst in den Ruhestand.

Gemeinschaft und Austausch

Nach dem Gottesdienst konnte sich jeder Teilnehmende eine kleine liebevoll gestaltete Tüte mit Laugengebäck als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Beim abwechslungsreichen Brunch standen Austausch, Kennenlernen und herzliche Begegnungen bis in den Nachmittag hinein im Mittelpunkt. Mit beeindruckenden Lebensgeschichten, die miteinander geteilt wurden, und dem sichtbaren persönlichen und vielfältigen Engagement vieler, die bereits langjährig im kirchlichen Ehrenamt tätig sind, endete das Zusammensein in Wolfenbüttel.

Rückmeldung und Kontakt

Aufgrund der Rückmeldungen nach diesem ersten Inklusionsgottesdienst im Apostelbereich Mitte-Nord wird es mit den Erfahrungen aus dieser „Premiere“ sicher eine Fortsetzung geben. Weitere Rückmeldungen sind sehr willkommen:

Renate Lütge, Telefon: 0 51 71 – 24 420, E-Mail: renate.luetge@nak-braunschweig.de